Wo Menschen gemeinsam Verantwortung tragen, entstehen verschiedene Sichtweisen.
In Teams.
In Schulen.
In Organisationen.
In Gemeinden.
In Führung.
Menschen erleben Situationen unterschiedlich, setzen Prioritäten, bringen verschiedene Erfahrungen mit und haben abweichende Vorstellungen davon, was richtig, sinnvoll oder notwendig ist.
Schwierig wird es häufig dann, wenn diese Unterschiede
keinen guten Ort mehr bekommen.
Vielleicht werden Besprechungen zäh.
Entscheidungen ziehen sich.
Einzelne Menschen werden immer lauter, andere immer stiller.
Es bilden sich Lager.
Gespräche drehen sich im Kreis.
Manche Themen werden vermieden, obwohl alle wissen, dass sie im Raum sind.
Oder nach außen funktioniert noch alles – und gleichzeitig ist spürbar:
So wie bisher geht es nicht gut weiter.
Menschen in solchen Situationen erleben oft mehrere Dinge gleichzeitig:
Genau an dieser Stelle setzt meine Arbeit mit Deep Democracy an.
Deep Democracy schafft einen strukturierten Raum für Unterschiedlichkeit.
Der Sinn besteht nicht darin, möglichst schnell Einigkeit herzustellen.
Es geht darum, besser zu verstehen:
Unterschiedlichkeit wird dabei nicht als Störung betrachtet, die möglichst schnell beseitigt werden muss.
Sie kann eine wichtige Informationsquelle sein.
Denn häufig zeigen Konflikte sehr präzise, wo eine Gruppe oder Organisation eine nächste Entwicklungsaufgabe hat.
Zum Beispiel um:
Manchmal steht am Anfang ein klar benannter Konflikt.
Manchmal lautet die Beschreibung eher:
„Irgendetwas stimmt bei uns nicht mehr.“
Auch das kann ein sinnvoller Ausgangspunkt sein.
Am Anfang steht für mich nicht die Frage:
Wer hat recht?
Sondern:
Was ist hier los – und was braucht dieser Prozess, damit wieder Entwicklung möglich wird?
Danach entsteht ein Prozess, der zur Situation passt.
Das kann bedeuten:
Ich arbeite dabei mit Ansätzen aus Deep Democracy, systemischer Beratung, Konfliktklärung und Organisationsentwicklung.
Dabei geht es nicht nur um das Gesagte.
Ich achte auch auf das, was zwischen Menschen geschieht:
Nähe und Distanz.
Einfluss und Rückzug.
Sicherheit und Unsicherheit.
Zugehörigkeit und Ausgrenzung.
Verantwortung und Ohnmacht.
Ich gestalte den Rahmen.
Ich verlangsame dort, wo vorschnell Lösungen produziert werden.
Ich strukturiere dort, wo Gespräche unübersichtlich werden.
Ich mache Unterschiede sichtbar.
Ich unterstütze dabei, auch schwierige Themen besprechbar zu machen.
Und ich halte den Prozess auch dann, wenn es unbequem wird.
Ich entscheide nicht, wer recht hat.
Ich bestimme nicht, welche Lösung richtig ist.
Ich übernehme nicht die Verantwortung der Führung.
Ich zwinge niemanden zu Harmonie.
Ich stelle keinen künstlichen Konsens her.
Auch Konflikte dürfen nach einem Prozess noch bestehen.
Aber sie können klarer sein.
Verständlicher.
Besprechbarer.
Und manchmal entsteht genau dadurch wieder Bewegung.
Mein Job ist nicht, einer Gruppe ihre Entscheidung abzunehmen.
Mein Job ist es, Bedingungen zu schaffen, unter denen Menschen ihre eigene Verantwortung wieder besser wahrnehmen und gemeinsam handlungsfähig werden können.
In Gemeinden treffen viele Perspektiven aufeinander:
Bürger, Verwaltung, Politik, Initiativen, Vereine und unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen.
Gerade bei kontroversen Themen kann Beteiligung schwierig werden.
Menschen erleben vielleicht, dass bereits alles entschieden scheint.
Verantwortliche erleben möglicherweise, dass sie es niemandem recht machen können.
Gespräche werden emotional oder drehen sich immer wieder um dieselben Positionen.
Deep Democracy kann hier einen Rahmen bieten, in dem unterschiedliche Interessen sichtbar werden und echter Dialog möglich wird.
Mögliche Formate:
Schulen sind Orte permanenter Vielstimmigkeit.
Schulleitung, Lehrkräfte, Schüler, Eltern, pädagogische Fachkräfte und Verwaltung tragen unterschiedliche Aufgaben und erleben dieselben Situationen häufig vollkommen verschieden.
Das kann produktiv sein.
Und sehr anstrengend.
Vielleicht gibt es einen Konflikt im Kollegium.
Vielleicht soll eine gemeinsame pädagogische Haltung entwickelt werden.
Vielleicht steht eine Veränderung an, bei der einige sofort mitgehen und andere bremsen.
Vielleicht wird Beteiligung gewünscht, aber niemand weiß genau, wie weit sie gehen soll.
Ich begleite Schulen bei:
Manche Teams arbeiten fachlich gut zusammen und vermeiden gleichzeitig bestimmte Themen.
Andere befinden sich bereits mitten in einem offenen Konflikt.
Vielleicht gibt es zwei Lager.
Vielleicht trägt eine Person zunehmend die Verantwortung für die Stimmung.
Vielleicht werden Entscheidungen immer wieder infrage gestellt.
Oder eine Teamleitung erlebt:
„Egal was ich mache – irgendjemand ist unzufrieden.“
Dann kann es hilfreich sein, nicht nur einzelne Positionen zu betrachten, sondern das gemeinsame Feld.
Führung bedeutet nicht nur, Entscheidungen zu treffen.
Führung bedeutet zunehmend, Widersprüche auszuhalten.
Menschen beteiligen – und trotzdem Verantwortung übernehmen.
Zuhören – und irgendwann entscheiden.
Sicherheit geben – obwohl die Situation vielleicht selbst unsicher ist.
Widerstand ernst nehmen – ohne jede Veränderung aufzugeben.
Ich begleite Führungskräfte dabei, ihre eigene Position zu klären und gleichzeitig die Dynamik ihres Systems besser wahrzunehmen.
Mögliche Formate:
Ich begleite:
Manchmal braucht es einen einzelnen Termin.
Manchmal einen längeren Prozess.
Manchmal wird schon in der Auftragsklärung deutlich, dass Deep Democracy nicht das passende Format ist.
Auch das gehört für mich zu guter Beratung.
Am Anfang steht deshalb immer die Frage: