Deep Democracy

Wenn Unterschiedlichkeit anstrengend wird

Wo Menschen gemeinsam Verantwortung tragen, entstehen verschiedene Sichtweisen.

In Teams.
In Schulen.
In Organisationen.
In Gemeinden.
In Führung.

Menschen erleben Situationen unterschiedlich, setzen Prioritäten, bringen verschiedene Erfahrungen mit und haben abweichende Vorstellungen davon, was richtig, sinnvoll oder notwendig ist.

Schwierig wird es häufig dann, wenn diese Unterschiede
keinen guten Ort mehr bekommen.

Vielleicht werden Besprechungen zäh.
Entscheidungen ziehen sich.
Einzelne Menschen werden immer lauter, andere immer stiller.
Es bilden sich Lager.
Gespräche drehen sich im Kreis.
Manche Themen werden vermieden, obwohl alle wissen, dass sie im Raum sind.

Oder nach außen funktioniert noch alles – und gleichzeitig ist spürbar:

So wie bisher geht es nicht gut weiter.

Menschen in solchen Situationen erleben oft mehrere Dinge gleichzeitig:

  • Sie wollen weiter zusammenarbeiten und sind voneinander genervt.
  • Sie wünschen sich Beteiligung und hätten gleichzeitig gern endlich eine Entscheidung.
  • Sie wollen offen sprechen und fürchten die Konsequenzen.
  • Sie wünschen sich Veränderung und möchten zugleich bewahren, was ihnen wichtig ist.

Genau an dieser Stelle setzt meine Arbeit mit Deep Democracy an.


Wozu Deep Democracy?

Deep Democracy schafft einen strukturierten Raum für Unterschiedlichkeit.

Der Sinn besteht nicht darin, möglichst schnell Einigkeit herzustellen.

Es geht darum, besser zu verstehen:

  • Was ist in diesem System gerade tatsächlich vorhanden?
  • Welche Perspektiven gibt es?
  • Welche Interessen stehen hinter den Positionen?
  • Welche Stimmen werden gehört – und welche kaum?
  • Wo entsteht Spannung?
  • Was wird vielleicht nicht ausgesprochen?
  • Was braucht Schutz?
  • Was braucht Klärung?

Unterschiedlichkeit wird dabei nicht als Störung betrachtet, die möglichst schnell beseitigt werden muss.

Sie kann eine wichtige Informationsquelle sein.

Denn häufig zeigen Konflikte sehr präzise, wo eine Gruppe oder Organisation eine nächste Entwicklungsaufgabe hat.


Worum kann es gehen?

Zum Beispiel um:

  • Konflikte innerhalb eines Teams
  • unterschiedliche Vorstellungen von Zusammenarbeit oder Führung
  • schwierige Entscheidungsprozesse
  • Spannungen zwischen Leitung und Mitarbeitenden
  • Veränderungsprozesse
  • Widerstand gegenüber neuen Entwicklungen
  • gemeinsame Werte und Haltungen
  • Beteiligung unterschiedlicher Gruppen
  • ungeklärte Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Lagerbildungen
  • Zugehörigkeit und Einfluss
  • Konflikte zwischen Fachlichkeit, Organisation und persönlichen Bedürfnissen

Manchmal steht am Anfang ein klar benannter Konflikt.

Manchmal lautet die Beschreibung eher:

„Irgendetwas stimmt bei uns nicht mehr.“

Auch das kann ein sinnvoller Ausgangspunkt sein.


Wie arbeite ich?

Am Anfang steht für mich nicht die Frage:

Wer hat recht?

Sondern:

Was ist hier los – und was braucht dieser Prozess, damit wieder Entwicklung möglich wird?

 

Danach entsteht ein Prozess, der zur Situation passt.

Das kann bedeuten:

  • unterschiedliche Perspektiven zu hören,
  • Positionen sichtbar zu machen,
  • Spannungen klar auszusprechen,
  • Konflikte strukturiert zu bearbeiten,
  • Rollen und Verantwortlichkeiten zu klären,
  • Entscheidungen vorzubereiten,
  • oder zunächst überhaupt einen Raum zu schaffen, in dem etwas gesagt werden darf.

Ich arbeite dabei mit Ansätzen aus Deep Democracy, systemischer Beratung, Konfliktklärung und Organisationsentwicklung.

Dabei geht es nicht nur um das Gesagte.

Ich achte auch auf das, was zwischen Menschen geschieht:

Nähe und Distanz.
Einfluss und Rückzug.
Sicherheit und Unsicherheit.
Zugehörigkeit und Ausgrenzung.
Verantwortung und Ohnmacht.


Was ist meine Aufgabe?

Ich gestalte den Rahmen.

Ich verlangsame dort, wo vorschnell Lösungen produziert werden.

Ich strukturiere dort, wo Gespräche unübersichtlich werden.

Ich mache Unterschiede sichtbar.

Ich unterstütze dabei, auch schwierige Themen besprechbar zu machen.

Und ich halte den Prozess auch dann, wenn es unbequem wird.


Was ist nicht meine Aufgabe?

Ich entscheide nicht, wer recht hat.

Ich bestimme nicht, welche Lösung richtig ist.

Ich übernehme nicht die Verantwortung der Führung.

Ich zwinge niemanden zu Harmonie.

Ich stelle keinen künstlichen Konsens her.

Auch Konflikte dürfen nach einem Prozess noch bestehen.

Aber sie können klarer sein.
Verständlicher.
Besprechbarer.

Und manchmal entsteht genau dadurch wieder Bewegung.

Mein Job ist nicht, einer Gruppe ihre Entscheidung abzunehmen.
Mein Job ist es, Bedingungen zu schaffen, unter denen Menschen ihre eigene Verantwortung wieder besser wahrnehmen und gemeinsam handlungsfähig werden können.


Für wen ist dieses Angebot geeignet?

Gemeinden und Kommunen

In Gemeinden treffen viele Perspektiven aufeinander:

Bürger, Verwaltung, Politik, Initiativen, Vereine und unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen.

Gerade bei kontroversen Themen kann Beteiligung schwierig werden.

Menschen erleben vielleicht, dass bereits alles entschieden scheint.

Verantwortliche erleben möglicherweise, dass sie es niemandem recht machen können.

Gespräche werden emotional oder drehen sich immer wieder um dieselben Positionen.

Deep Democracy kann hier einen Rahmen bieten, in dem unterschiedliche Interessen sichtbar werden und echter Dialog möglich wird.

Mögliche Formate:

  • Bürgerdialoge
  • Beteiligungsprozesse
  • Konfliktklärungen
  • Zukunfts- und Entwicklungsprozesse

Schulen

Schulen sind Orte permanenter Vielstimmigkeit.

Schulleitung, Lehrkräfte, Schüler, Eltern, pädagogische Fachkräfte und Verwaltung tragen unterschiedliche Aufgaben und erleben dieselben Situationen häufig vollkommen verschieden.

Das kann produktiv sein.

Und sehr anstrengend.

Vielleicht gibt es einen Konflikt im Kollegium.

Vielleicht soll eine gemeinsame pädagogische Haltung entwickelt werden.

Vielleicht steht eine Veränderung an, bei der einige sofort mitgehen und andere bremsen.

Vielleicht wird Beteiligung gewünscht, aber niemand weiß genau, wie weit sie gehen soll.

Ich begleite Schulen bei:

  • Konfliktklärung
  • Schulentwicklung
  • Beteiligungsprozessen
  • Team- und Leitungstagen
  • Entwicklung gemeinsamer Haltung und Orientierung

Teams und Teamleitungen

Manche Teams arbeiten fachlich gut zusammen und vermeiden gleichzeitig bestimmte Themen.

Andere befinden sich bereits mitten in einem offenen Konflikt.

Vielleicht gibt es zwei Lager.

Vielleicht trägt eine Person zunehmend die Verantwortung für die Stimmung.

Vielleicht werden Entscheidungen immer wieder infrage gestellt.

Oder eine Teamleitung erlebt:

„Egal was ich mache – irgendjemand ist unzufrieden.“

Dann kann es hilfreich sein, nicht nur einzelne Positionen zu betrachten, sondern das gemeinsame Feld.

  • Was geschieht zwischen den Beteiligten?
  • Welche Rollen sind entstanden?
  • Welche Stimmen fehlen?
  • Was braucht es, damit Zusammenarbeit wieder möglich wird?

Führungskräfte

Führung bedeutet nicht nur, Entscheidungen zu treffen.

Führung bedeutet zunehmend, Widersprüche auszuhalten.

Menschen beteiligen – und trotzdem Verantwortung übernehmen.

Zuhören – und irgendwann entscheiden.

Sicherheit geben – obwohl die Situation vielleicht selbst unsicher ist.

Widerstand ernst nehmen – ohne jede Veränderung aufzugeben.

Ich begleite Führungskräfte dabei, ihre eigene Position zu klären und gleichzeitig die Dynamik ihres Systems besser wahrzunehmen.

Mögliche Formate:

  • Coaching
  • Supervision
  • Führungskräfteentwicklung
  • Konfliktbegleitung
  • Prozessberatung

Mein Angebot

Ich begleite:

  • Konfliktklärungen
  • Teams und Teamleitungen
  • Führungskräfte
  • Schulentwicklungsprozesse
  • Beteiligungsprozesse
  • Organisationsentwicklung
  • Bürgerdialoge und kommunale Prozesse
  • Teamtage und Klausuren
  • Veränderungsprozesse
  • Workshops und Fortbildungen zu Deep Democracy

Manchmal braucht es einen einzelnen Termin.

Manchmal einen längeren Prozess.

Manchmal wird schon in der Auftragsklärung deutlich, dass Deep Democracy nicht das passende Format ist.

Auch das gehört für mich zu guter Beratung.

Am Anfang steht deshalb immer die Frage:

Was soll durch diesen Prozess wieder möglich werden?

 

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